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Prunksaal erhält seinen Glanz zurück

Von wegen Winterruhe: Seit Monaten wird im Großen Schloss Blankenburg fieberhaft gearbeitet.

VON JENS MÜLLER – BLANKENBURG. Im Großen Schloss Blankenburg werden am 28. März wieder die ersten Besucher begrüßt. Die Schlossretter versprechen zum Ende der Winterpause einen ganz besonderen Hingucker und gewähren bereits einen ersten Blick auf die Baustelle.

Aktuell sind acht Restauratoren dabei, dem Grauen Saal seinen barocken Glanz zurückzugeben. „Unser Verein wurde in die glücklichen Lage versetzt, diesen historisch wertvollen und neben dem Kaisersaal, den wohl repräsentativsten Saal des Schlosses restaurieren zu lassen“, freut sich André Gast, Vize-Präsident des Vereins „Rettung Schloss Blankenburg“. Damit werde den Besuchern nach der Wiederherstellung des gegenüber liegenden Theatersaals ein zweites großes Highlight im Theaterflügel geboten. Zur offiziellen Saisoneröffnung dürfen die Gäste dann einen ersten Blick in den neuen Saal erhaschen.

Und sie werden staunen, was Matthias Pröpper und seine Kollegen dort geschaffen haben. „Es wird einer der ersten Prunksäle des Schlosses, die dann fertiggestellt sind. Das spiegelt auch die mehr als 20 Jahre währende, kontinuierliche Vereinsarbeit wieder“, so der Blankenburger Restaurator. Der Grundstein dafür, dass er mit einem Spezialistenteam dieses Projekt vor vier Monaten in Angriff nehmen konnte, wurde bereits bei ersten Untersuchungen in den Jahren 2010/2011 gelegt: „Damals waren nach der Freilegung zahlreiche Farbreste aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu sehen. Daran konnten wir uns festhalten“, erläutert Pröpper. Ähnlich wie im Theatersaal war der Raum einst mit aufwendigen Stuckarbeiten, Stuckbilderrahmen, 22 Pilastern und 22 Kapitellen versehen worden.

Die verzierten Pfeiler wurden allerdings aus Holz und nicht aus Marmor gefertigt. Damit sie trotzdem wie dieses edle Gestein aussahen, wurden sie mit einer speziellen Technik einfach angemalt. Diese Marmorierungen entstehen nun wie im Original mit rotgrauen und oker-grauen Farbverläufen neu. „Wir arbeiten uns aktuell von oben nach unten“, erläutert Matthias Pröpper.

Dabei ist nicht zuletzt von den Stuckateuren Präzisionsarbeit gefragt: „Es wurde vieles freigelegt, lose Teile ergänzt und viele Kleinschäden, wie Abplatzungen, Ausbrüche und Risse im Putz beseitigt“, zählt Matthias Pröpper auf. Im Nachgang sollen dann außerdem die Türen aufgearbeitet
werden und ihre ursprüngliche Farbgebung wiedererhalten. Der Fußboden erhalte ebenfalls eine Schönheitskur. Er musste vor den Arbeiten aufwendig geschützt werden. Dann immerhin rollen seit Monaten bis zu fünf hohe Arbeitspodeste durch den historischen Raum.

Zur Eröffnung der Schlosssaison am Samstag, 28. März 2026, gibt es neben ersten Einblicken in den Grauen Saal noch weitere interessante Angebote im Großen Schloss. So wird um 13.30 Uhr eine Neuberin-Figur eingeweiht. Um 13.45 Uhr sorgt der Posaunenchor musikalische Einlagen. Um 14 Uhr starten die ersten Schlossführungen der neuen Saison. Dann haben auch der Shop und das Café wieder geöffnet. Um 16.30 Uhr kommen schließlich die Geschichtsfreunde auf ihre Kosten. Jörg Reimann wird mit einem Vortrag zum Thema „Im Zeichen der Hirschstange – Blankenburg und Regenstein“ erwartet.

Entnommen: Harzer Volksstimme, 5.3.2026