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Das Große Schloss Blankenburg ist um eine Attraktion reicher

Am Tag des offenen Denkmals, am 11. September 2022 wurde das einzige Porträt von Friederike Caroline Neuber der Öffentlichkeit im Großen Schloss Blankenburg präsentiert, das zu ihren Lebzeiten gemalt wurde. Das Bild hat eine abenteuerliche Geschichte. Um 1730 vom damaligen Hofmaler Johann Conrad Eichler gemalt, hing das Gemälde bis 1947 an seinem ursprünglichen Platz im Großen Schloss und wurde dann entfernt und zusammen mit anderen Bildern ausgelagert.

Erst 1999 fand es die Restauratorin Frau Andrea Himpel in der Moritzburg ohne zu wissen, wen dieses Bild mit Masken darstellt. Nach einer Publikation des Bildes stellte sich heraus, dass es die Neuberin ist. Sie war die bedeutendste Wegbereiterin unserer heutigen Theaterkultur, erste Förderin von Lessing, geistige Ahnfrau auch von Goethe, Schiller und all der anderen bekannten deutschen Bühnendichter.

Gebürtig 1697 aus Reichenbach (Vogtland) lebte sie in einer Zeit, in der im deutschen Sprachraum nur Stehgreiftheater gespielt wurde und in der die Schauspielerinn von der Gesellschaft ausgeschlossen waren. Als Schauspielerin, Theaterleiterin und Theaterdichterin brachte sie mit ihrem Gestaltungswillen künstlerisches Niveau in die Aufführungen und verhalf dem Schauspielerberuf zu Ansehen in der bürgerlichen Gesellschaft. Der künstlerische Durchbruch der Neuberin am Beginn ihrer Laufbahn ist eng mit der Stadt Blankenburg verbunden.

Das Gemälde war leider in einem äußerst schlechten Zustand. Es ist den namhaften Spenden der Familie Karl Ott aus Brügg/CH und der Familie Hans-Dieter Heise aus Heimburg zu verdanken, dass der Verein „Rettung Schloss Blankenburg e.V.“ die Restaurierung beauftragen konnte. Nun ist dieses Gemälde wieder im Schloss Blankenburg, an seinem historischen Platz, ein Zeugnis der prunkvollen Zeit von Herzog Ludwig Rudolf.

Übergabe des Neuberin-Bildes am 11.9.: Gundula und Hans-Dieter Heise mit André Gast